UmweltZentrum 

Stockach e.V.

Kiebitze in Espasingen 

Wiederansiedlung Kiebitze im Großen Ried in Espasingen
Noch vor 50 Jahren war der Kiebitz fast überall in Deutschland auf Feldern und Wiesen als Brutvogel anzutreffen. Die Bestände sind in den letzten Jahrzehnten dramatisch eingebrochen. Bodenseeweit ging der Brutvogelbestand zwischen 1980 und 2010 um mehr als 80 % zurück und in der Roten Liste der     
Brutvögel Baden-Württembergs wird der Kiebitz heute als eine „Vom Aussterben bedrohte Art“ geführt.

Erfreulicherweise rastet diese Art während ihres Frühjahrsdurchzugs fast alljährlich in der Espasinger Niederung und vielversprechend machen machten einzelne Paare dort immer wieder Brutversuche mit Balzflügen, allerdings bisher ohne längeren Verbleib im Brutgebiet Bruterfolg. Dagegen kam es Im Jahr 2021 kam es sogar zum Bruterfolg Brüten mehrerer Kiebitzpaare auf einem Maisacker direkt neben dem Mooshof.

Vor diesem Hintergrund haben das UmweltZentrum Stockach, das NABU Bodenseezentrum und die Stadt Stockach ein Projekt zur Wiederansiedlung des Kiebitz in Espasingen gestartet. Das Projektgebiet liegt im Großen Ried und befindet sich im Eigentum der Stadt Stockach. Der Bewirtschafter ist der Erlenhof des Pestalozzi Kinder und Jugenddorf Wahlwies.
Zu den im Februar 2022 umgesetzten Maßnahmen zählen die Schaffung von offenen Wasserflächen, die Anlage kurzrasiger Nahrungs- und Bruthabitate sowie die Rücknahme von Gehölzen, da der Kiebitz offene und feuchte Landschaften als Brutgebiete benötigt. 

Sollte zu Brutversuchen kommen, werden die Nester der Bodenbrüter durch einen Elektrozaun vor Prädatoren wie den Fuchs geschützt.
Nach Abschluss der Maßnahmen im März 2022 gab es zwar einige Einzelbeobachtungen von Kiebitze im Wiederansiedlungsgebiet, jedoch handelte es sich nur um kurze Aufenthalte ohne Brutversuche.


Baggerarbeiten mit Albin Peter

 Malte Bickel, u. a. zuständig für Kiebitz-Projekte im Regierungspräsidium Freiburg, hält die Projektfläche für sehr vielversprechend. Er empfiehlt die Entfernung weiterer Gehölze, die Anlage zusätzlicher Blänken – besonders wichtig bei der zunehmenden Trockenheit – sowie die Beweidung der Fläche.

Nach Absprache mit dem Regierungspräsidium Freiburg, der unteren Naturschutzbehörde Konstanz und der Stadt Stockach sollen im Herbst 2022 weitere Gehölze entfernt, Wasserflächen optimiert abgeflacht werden und für einen begrenzten Zeitraum sowie eine Beweidung mit Rindern für einen begrenzten Zeitraum durchgeführt werden. Das Projektgebiet befindet sich zwischen dem Naturschutzgebiet Bodenseeufer und dem Naturschutzgebiet Schanderied. Das Projekt eignet sich somit initial hervorragend als Verbundmaßnahme im  Rahmen des landesweiten Biotopverbunds.

                         Der europäische Kiebitz 

                         Das Projektteam: Paula Dürr (UmweltZentrum Stockach),                                                                               Hanns Werner und Lisa Maier (beider NABU Bodensee-                                                                                 Zentrum)